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Musikzombies

"Na, alles was so im Radio läuft. Ich höre eigentlich so ziemlich alles", höre ich vielfach auf die Frage, was er oder sie gerne für Musik hört. Damit sind sie nicht etwa musikalisch "openminded", sondern hängen wohl eher am Tropf "nicht aus der Bravohits-Phase gekommenen" Radio-Redakteuren. Was höre ich da täglich für Schrott aus dem Autoradio kommen. Wenn mal wieder mein Discman den Geist aufgegeben hat und ich dann wirklich DRS 3 oder Radio Pilatus höre. Da kann es schon mal vorkommen, dass David Hasselhoff nach Portishead gespielt wird (Traurigerweise wirklich schon mal erlebt). Und genau diesen Schrott tun sich tagtäglich keine Ahnung wieviele Leute an. Belanglosigkeit gegenüber Musik kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Diese Menschen sind wohl noch nie 9 Stunden vor dem Fernseher gesessen, nur um den Autrtitt von Pink Floyd nicht zu verpassen.
Samstagabend, die grosse Live-Aid-Konzertorgie im Schweizer Fernsehen beginnt. Mit viel Bier setz ich mich vor den Fernseher. Heute Nacht soll es also so weit sein. Erstes Pink Floyd Konzert nach zig Jahren. *Plöpp*, erstes Bier wird aufgemacht. Der grosse Marathon beginnt. Ein buntes durcheinander von Madonna über Muse, Will Smith, Greenday, Hosen, Robbie Williams usw. folgt. Ich tat sie mir alle an. Denn ich wagte es nicht umzuschalten. Es bestand ja schliesslich die Möglichkeit, dass genau in diesem Moment Pink Floyd zu spielen beginnt. Zu grosses Risiko. Auf die Toilette wurde dann auch gesprintet. Nur zweimal abschütteln antelle von viermal oder so. Man will ja schliesslich rechtzeitig zurück sein. Dann, morgens um drei die erste Krise. *Plöpp*, fünftes Bier. Rote Augen. Bob spielt. Ich könnte kotzen. DAvid Beckham schwafelt was von Kindern helfen. Bono tritt auf die Bühne. Ah ja, das ist also der neue Messias. Kreuzigt ihn. Bitte. Schweizer Fernsehen, ihr Schweine, denk ich. Pink Floyd natürlich zuletzt.

Dann endlich. Die Kamera fährt langsam auf den Hyde Park in London. Sonntagmorgen, sechs Uhr. Erste Töne erklingen. Ich setzt mich 30 cm vom Fernseher entfernt hin. Gänsehaut. Und spätestens bei "Whish you were here" laufen dann auch ein paar Tränen über die Wangen. Neun Stunden warten, auf eine Band, einen Song, ein Riff, einen Ton. Und in diesem Moment merke ich, was Musik, zumindest für mich, bedeutet...........
12.3.06 15:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


liver (13.3.06 16:48)
diese "ich-hör-eigentlich-alles,aber-nix-richtig"-menschen kenne ich zu genüge. da klopft man an der zimmertür der mitbewohnerin, weil sie mal eine "gute" cd hört und dann kommt so ein kommentar "ja, hab die gestern bei raab gesehen und mag sie single, hab mir mal das album gezogen". dann wird es einmal lieblos durchgehört (die vorherbekannte single ertönt dreimal) und dann verschwindet das album in irgendeinem ordner auf dem pc und ward nie wieder gesehen... und ich steh im flur und kann wieder "don´t you wish your girlfriend was hot like me" aus dem zimmer hören.

und den liveaidauftritt hab ich auch mit spannung geguckt. war an dem tag in england und da haben sie das ganze liveaidkonzert von london gezeigt, ohne die ganzen konzerte zu zerpflücken (ein best-of der anderen konzerte kam nach der liveübertragung, das hab ich aber nicht mehr ganz gesehen, weil ich an dem tag schon seit 3 uhr morgens auf den beinen war und meine augen nicht mehr offen halten konnte). und wow, ich wär so gern da gewesen. wie großartig die rüberkamen, auf einem kleinen monofernseher, war schon erstaunlich und sensationell.

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